31.07.2026

WeAreDevelopers 2026

„Die größte Herausforderung ist das Umdenken“ – Mei Dent über den Weg zur KI-fähigen Organisation

Kurz & kompakt

Mei Dent

Member of the Management Board und CPTO bei TeamViewer

  

Beim WeAreDevelopers World Congress in Berlin diskutierte TeamViewers Chief Product and Technology Officer Mei Dent gemeinsam mit Technologieverantwortlichen von Microsoft, Signal Iduna und NAVAX darüber, was Unternehmen wirklich brauchen, um KI erfolgreich einzusetzen. Im Anschluss an die Paneldiskussion haben wir mit ihr über die größten Herausforderungen, Chancen und Veränderungen für Entwickler:innen und Technologie-Teams gesprochen.

Q. Was bedeutet es, AI-ready zu sein?

 

Mei Dent: Neugier ist der entscheidende Faktor. Die technologische Entwicklung schreitet so schnell voran, dass sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen bereit sein müssen, zu experimentieren, zu lernen und sich anzupassen. Erfolgreich werden diejenigen Organisationen sein, die ein Umfeld schaffen, in dem Menschen neue Dinge ausprobieren und auch aus Fehlern lernen können.

 

Q. Was ist derzeit die größte Herausforderung für Menschen, die in Technologieunternehmen arbeiten?

 

Mei Dent: Die eigentliche Herausforderung besteht darin, umzudenken und das was wir in den vergangenen 30 Jahren gelernt haben jetzt anders zu machen. In der Softwareentwicklung haben wir etablierte Methoden für Entwicklung, Tests, Releases und den Betrieb von Software geschaffen. Jetzt bewegen wir uns in einer Welt, in der KI ein fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit wird. Wir entwickeln uns hin zu KI-gestützten und langfristig auch KI-nativen Arbeitsweisen. Ganz dort sind wir noch nicht, aber genau diese Transformation findet gerade statt. Für mich ist das eine der spannendsten Entwicklungen meiner gesamten Karriere.

Q. Was bedeutet das für Entwickler:innen?

 

Mei Dent: Wir werden auch in Zukunft Entwickler:innen brauchen. Was sich verändert, ist die Art der Arbeit. Entwickler:innen werden zunehmend zu Architekt:innen und Orchestrator:innen, die Systeme, Prozesse und Ergebnisse steuern. KI kann dabei helfen, Code zu erstellen, aber Kreativität, Urteilsvermögen und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, bleiben menschliche Stärken. Junge Talente haben dabei oft sogar einen Vorteil. Sie sind nicht von jahrzehntelang eingeübten Arbeitsweisen geprägt, gehen offener an neue Technologien heran und sind häufig bereit, Dinge einfach auszuprobieren. Diese Neugier kann in Zeiten des Wandels ein großer Vorteil sein.

Q. Welchen Rat würden Sie Teams geben, die sich mit KI beschäftigen?

 

Mei Dent:  Die wichtigste Frage ist nicht, ob die Technologie funktioniert. Die wichtigere Frage lautet: Schafft sie echten Mehrwert? Unternehmen sollten Prozesse ganzheitlich betrachten und überlegen, wie KI das Ergebnis verbessern kann. Es geht nicht darum, einen einzelnen Schritt zu optimieren. Es geht darum, den gesamten Ablauf und den Nutzen am Ende zu verbessern.

 

Q. Haben Sie einen Ratschlag für Entwickler:innen und Technologieführende im KI-Zeitalter?

 

Mei Dent: Habt keine Angst davor, zu scheitern. Probiert Dinge aus, sammelt Erfahrungen und bleibt neugierig. Genau das ist der Schlüssel, um mit dem Wandel Schritt zu halten.