Doug Hynes, Autor des kürzlich erschienenen Whitepapers Die Psychologie der Digital Employee Experience (DEX), bekräftigt, kein Gegner der mittleren Lösungszeit (MTTR) zu sein. Die klassischen Kennzahlen für den IT-Erfolg seien nach wie vor effektiv, versichert er mir; sie müssten lediglich durch neue ergänzt werden.
In seinem Beitrag beleuchtet Doug, Senior Product Manager bei TeamViewer, die menschlichen Auswirkungen negativer digitaler Erfahrungen. Dazu zählen physische und psychische Folgen, die sich zwar schwer, aber nicht unmöglich anhand des Ticketvolumens oder der mittleren Lösungszeit (MTTR) messen lassen. Um das vollständige Bild zu erhalten, ist ein Umdenken erforderlich. Im Mittelpunkt stehen dabei die Mitarbeitenden sowie die Frage, wie Technologie und insbesondere digitale Reibungsverluste ihre Arbeitsleistung beeinträchtigten.
Das bedeutet auch: Was im Hintergrund passiert, ist nur dann relevant, wenn es sich auf die Arbeitserfahrung von Mitarbeitenden auswirkt. Eine effektive Digital Employee Experience (DEX) bedeutet, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und unnötige Störgeräusche auszublenden.
Was sind digitale Reibungsverluste?
Stellen Sie sich vor, Sie sind unterwegs und stoßen auf eine Straßensperre. Also kehren Sie um und nehmen eine alternative, längere Route. Doch schon bald stehen Sie vor der nächsten Straßensperre. Das wiederholt sich immer wieder, bis Sie vergessen haben, wohin Sie eigentlich wollten. Oder ob Sie überhaupt noch dorthin möchten.
Das ist eine gute Herangehensweise, um digitale Reibungsverluste zu betrachten. Jede Softwarestörung, jeder erzwungene Neustart oder jede langsame Hardware lenkt Mitarbeitende ab, nimmt ihnen Handlungsspielraum und hindert sie an sinnvoller Arbeit. In einer unserer früheren Erhebungen gaben 80 % der Mitarbeitenden an, durch digitale Reibung im Durchschnitt 1,3 Arbeitstage pro Monat an Arbeitszeit zu verlieren.
Das Problem ist, dass digitale Reibungsverluste sich selbst verstärken. Die Psychologie von DEX weist zu Recht darauf hin, dass Menschen eher bemerken, wenn etwas schiefläuft, als wenn alles reibungslos verläuft (wie Doug es ausdrückt: Niemand ruft die IT an, um ihr „Gute Arbeit“ zu sagen). Je mehr schiefgeht, desto unwahrscheinlicher wird es, dass um Support gebeten wird. Stattdessen erfolgt eine stille Kompensation: Es werden Umgehungslösungen gesucht, die das Problem mit der Zeit oft noch verschärfen.