Wenn Sie in der Fertigungsindustrie tätig sind, dann kennen Sie die Sicherheitsbedrohungen in der Branche bestens. Laut einer aktuellen Studie der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) ist Cyberkriminalität inzwischen die größte Bedrohung für diesen Sektor. Der IBM X-Force Threat Intelligence Index 2026 zeigt zudem, dass die Fertigung 2025 weltweit die am stärksten angegriffene Branche war und 27,7 % aller Vorfälle ausmachte. IBM berichtet, dass die durchschnittlichen Gesamtkosten eines Datenlecks im Industriesektor im Jahr 2024 5,56 Millionen USD betrugen.
Dieser klare Bedarf an stärkerer Kontrolle und Sicherheit in der Fertigung steht jedoch oft im Spannungsfeld mit den Anforderungen der Produktion. Betriebszeit, Geschwindigkeit und minimale Störungen haben oberste Priorität – Anforderungen, die sich nur schwer mit erhöhten Kontrollmaßnahmen vereinbaren lassen.
Für IT-Teams in der Fertigung stellt sich deshalb die Frage: Wie lassen sich Remote-Prozesse absichern, ohne die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit in der Produktion einzuschränken? Das ist eine der Kernherausforderungen der modernen Fertigungsbranche. Mit der richtigen Remote-Zugriffslösung, die sicher, effizient und flexibel ist, lässt sie sich jedoch meistern.
Warum Remote-Zugriff in der Fertigung immer komplexer wird
IT-Teams sehen sich mit einer Flut an unterschiedlichen Endpunkten konfrontiert. In komplexen Fertigungsumgebungen betreuen sie hochmoderne IT- und OT-Assets und müssen diese gleichzeitig mit Altsystemen in Einklang bringen. Transparenz und Kontrolle über diese oft widersprüchlichen Komponenten erfordern eine Lösung, die in beiden Welten zuverlässig funktioniert.
Zudem ist die Produktion von Drittanbietern und externen Zulieferern geprägt, die Zugang zu den Maschinen und Anlagen benötigen. Für IT-Teams, die Remote-Zugriff und -Support bereitstellen, ist diese komplexe Umgebung oft nur schwer zu steuern – von einer vollständigen Kontrolle ganz zu schweigen.
Und die Konsequenzen sind hoch. Wenn Remote-Zugriff die Anforderungen der Fertigung nicht erfüllt, kann das zu zusätzlichen Ausfallzeiten führen. Da ungeplante Stillstände in der Fertigung extrem teuer sind – laut Siemens kosten ungeplante Ausfallzeiten bei den 500 größten Fertigungs- und Industrieunternehmen weltweit jährlich rund 1,4 Billionen USD – können Verzögerungen bei der Remote-Fehlerbehebung schnell zu ernsthaften wirtschaftlichen Problemen werden.
Ein weiterer zentraler Punkt sind die Sicherheitsaspekte beim Remote‑Zugriff in der Fertigung. Gerade in regulierten oder sicherheitsbewussten Branchen müssen Remote‑Zugriffe heute deutlich strengere Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das liegt einerseits an verschärften Sicherheits- und Compliance-Vorgaben wie NIS2, andererseits an den realen Bedrohungen für die Fertigungsindustrie. Diese Risiken veranlassen wiederum Cyber-Versicherer, von Herstellern den Nachweis zu verlangen, dass sie die aktuellen Sicherheitsanforderungen erfüllen.
All diese Faktoren machen die Arbeit von IT-Teams in Produktionsumgebungen extrem anspruchsvoll. Denn die Anforderungen sind hoch: IT muss nicht nur die komplexe Umgebung sicher und regelkonform halten, sondern gleichzeitig den Betrieb gewährleisten und Wachstum fördern. Und genau dabei stehen IT-Teams häufig vor dem Problem, dass sich die Anforderungen innerhalb der Fertigung widersprechen.
Warum IT und OT beim Remote-Zugriff oft unterschiedliche Prioritäten haben
Remote-Zugriff ist ein zentraler Erfolgsfaktor in der Produktion, doch IT und OT haben dabei unterschiedliche Anforderungen und Prioritäten.
IT-Teams legen den Fokus auf Governance, Durchsetzung von Richtlinien, Nachvollziehbarkeit und zentrale Transparenz – alles Voraussetzungen, um sichere und konforme IT skalierbar bereitzustellen.
Operative Teams dagegen benötigen Remote-Zugriff, der maximale Betriebszeiten, schnelle Fehlerbehebung, einfache Bedienung sowie Kompatibilität mit sensiblen oder veralteten Systemen gewährleistet.
Und beide Seiten haben recht. Das Problem entsteht, wenn Tools und Prozesse die eine Seite bedienen und gleichzeitig die andere behindern. Kurz gesagt: Zwei gegeneinander arbeitende Systeme erzeugen blinde Flecken, Inkonsistenzen und unnötige Reibung.
Stattdessen wird eine sichere, einheitliche Lösung benötigt, die der IT die nötige Transparenz verschafft und gleichzeitig Werksteams sowie externe Zulieferer produktiv hält.
Wie sicherer Remote-Zugriff in der Fertigung aussehen sollte
Fragmentierung verlangsamt den Support, reißt Sicherheitslücken auf und erschwert den Nachweis von Compliance. Ein intelligenterer Ansatz ist die Standardisierung des Zugriffs in einem gesteuerten System, das sowohl operative als auch Sicherheitsanforderungen unterstützt.
Sicherer Remote-Zugriff sollte in der Praxis Folgendes bieten:
- Eine einheitliche Methode, um Standorte, Systeme und Teams miteinander zu verbinden
Ad-hoc-Tools und voneinander isolierte Prozesse werden ersetzt, Transparenz verbessert, Aufwand reduziert und Support skalierbar gemacht. - Granulare Zugriffssteuerung
Berechtigungen richten sich nach Rolle, System, Standort und Zeitraum, insbesondere für externe Zulieferer und Auftragnehmer. - Klare Transparenz für jede Session
Audit-Trails, Protokolle und Monitoring unterstützen die IT dabei, Aktivitäten nachzuverfolgen, Anomalien zu erkennen und Compliance nachzuweisen. - Support für IT- und OT-Umgebungen
Zugriff auf ältere Geräte, segmentierte Netzwerke, Mensch-Maschine-Benutzungsschnittstellen (HMIs) und speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), ganz ohne Installation. - Schneller, sicherer Zugriff für Zulieferer
Externe Fachkräfte sollten ohne Umwege Support leisten können, ohne dabei auf nicht verwaltete VPNs, geteilte Logins oder unsichere Eigenlösungen angewiesen zu sein. - Starke Sicherheit bei minimalen Unterbrechungen
Werksteams müssen Systeme weiterhin schnell warten und Fehler beheben können – Governance darf die Betriebszeit nicht beeinträchtigen.
Richtig umgesetzt, schafft sicherer Remote-Zugriff ein widerstandsfähigeres Betriebsmodell. Dadurch wird der Wildwuchs an Tools reduziert, die Fehlerbehebung beschleunigt, die Zugriffskontrolle für externe Zulieferunternehmen verbessert und der IT die nötige Übersicht gegeben, ohne den Anlagenbetrieb zu erschweren. Gleichzeitig werden Sicherheits- und Compliance-Anforderungen wie NIS2 erfüllt.
5 Möglichkeiten, den Remote-Zugriff zu verbessern
Wie bereits gezeigt, wird der Remote-Zugriff unübersichtlich, wenn jeder Standort, jedes Team und jeder Zulieferer unterschiedliche Methoden nutzt. Ziel ist es stattdessen, den Zugriff zu vereinfachen, die Kontrolle zu stärken und den Support aufrechtzuerhalten.
So sieht das in der Praxis aus
Fertigungsunternehmen benötigen eine sichere, einheitliche Lösung, um sowohl die Unternehmens-IT als auch die Systeme in der Produktion zu unterstützen, anstatt vieler einzelner Tools und Sonderlösungen. Dazu gehört ein zentrales Zugriffsmanagement mit Berechtigungen, die nach Rolle, Standort und System definiert sind.
Gerade für sensible OT-Endpunkte wie SPS ist so ein Setup entscheidend. Es ermöglicht der IT, zentrale Sicherheitsfunktionen wie Single Sign-On (SSO), Conditional Access und Audit-Trails umzusetzen. Gleichzeitig bleibt der Support für Mitarbeitende und externe Zulieferer, die schnellen Zugriff benötigen, praktikabel.
Angenommen, Sie sind ein Medizintechnikhersteller und nutzen eine VPN-basierte Lösung, um auf Ihre Produktionsumgebung zuzugreifen. Aufgrund neuer NIS2-Compliance-Vorgaben, die Ihre aktuelle Lösung nicht erfüllt, möchten Sie den externen Zugriff auf die sensible Produktionsumgebung konsolidieren.
Mit dem Wechsel zu TeamViewer Tensor erhalten Sie eine Zero-Trust-Plattform, mit der Sie auf IT-Assets und OT-Systeme an allen Produktionsendpunkten zugreifen können. Das erhöht die Sicherheit, unterstützt Compliance und vereinfacht die Verwaltung der Umgebung insgesamt, ohne den Betrieb zu stören.
Sicherheit und unterbrechungsfreie Betriebsabläufe schließen einander nicht aus
Fazit: Eine einheitliche Plattform für den Remote-Zugriff bietet Vorteile, die über reine Sicherheitsverbesserungen oder eine einfache Bereitstellung hinausgehen. Sie liefert auch greifbare Verbesserungen für den Betrieb. Die zentrale Erkenntnis lautet: Mit der richtigen Lösung müssen Hersteller keine Kompromisse zwischen strenger Governance und reibungslosen Betriebsabläufen mehr machen.
Es geht schließlich nicht darum, IT und OT zwanghaft zusammenzuführen. IT soll nicht zur OT werden – und OT nicht zur IT. Das Ziel ist ein sicherer Remote‑Betrieb, der die jeweils anderen Arbeitsweisen und Prioritäten respektiert. Und genau das ist mit der richtigen Lösung möglich.
Sichere Remote-Prozesse für IT und OT in der Fertigungsindustrie
Erfahren Sie, wie TeamViewer Produktionsunternehmen dabei unterstützt, Remote-Zugriff zu standardisieren, die Sicherheit zu stärken und sowohl die Unternehmens-IT als auch die Fertigung direkt von einer Plattform aus zu managen.
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