Früher vor allem ein Buzzword in den Chefetagen, heute ein entscheidender Erfolgsfaktor: Digitale Technologien haben längst in großem Maßstab Einzug in Produktionsstätten, Logistikzentren und andere geschäftskritische Bereiche gehalten.
Diese Entwicklung betrifft alle Branchen. Technische Fachkräfte warten mithilfe vernetzter Geräte und Datenfeeds Maschinen aus der Ferne, Krankenhausteams können dank Telemedizin bei komplizierten medizinischen Fällen standortübergreifend zusammenarbeiten und Mitarbeitende in der Kommissionierung können sich deutlich effizienter um Bestandsführung und Auftragsabwicklung kümmern.
Die technischen Grundlagen – wie zum Beispiel Remote-Zugriff, zentrale Login-Systeme und die Interoperabilität unterschiedlicher Plattformen – werden im Hintergrund verwaltet und so gestaltet, dass sie möglichst effizient und nutzungsfreundlich funktionieren.
Dabei wird die Art und Weise, wie Mitarbeitende mit digitalen Tools umgehen – auch Digital Employee Experience (DEX) genannt – für den Unternehmenserfolg immer wichtiger. Laut Deloitte verzeichnen Unternehmen, die in digitale Tools für den Arbeitsplatz investieren, eine 22 % höhere Produktivität, eine doppelt so zufriedene Kundschaft und bis zu 25 % mehr Profitabilität.
Digitale Werkzeuge sind längst ein fester Bestandteil des operativen Arbeitsalltags, was für Unternehmen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Angesichts technologischer Fortschritte wie beispielsweise im Bereich der Künstlichen Intelligenz steigen auch die technischen Anforderungen. Unternehmen, die sich zukunftssicher aufstellen wollen, sorgen dafür, dass digitale Systeme und reale Arbeitsabläufe reibungslos ineinandergreifen und stellen gleichzeitig ihre Beschäftigten in den Mittelpunkt.
Erfahren Sie mehr: Was ist Digital Employee Experience (DEX) und warum ist sie so wichtig für Unternehmen?
IT trifft OT trifft KI
Trotz vielversprechender Renditen stehen viele Unternehmen weiterhin vor der Herausforderung, ihrer Belegschaft vor Ort praktische und effektive digitale Werkzeuge bereitzustellen. Die Deloitte‑Studie zeigt: Weniger als ein Viertel der befragten Produktionsmitarbeitenden fühlt sich mit den nötigen Technologien ausgestattet, um ihre Abläufe produktiver zu gestalten. Diese Lücke hat mehrere Ursachen, unter anderem, dass die Digitalisierung des operativen Geschäfts deutlich komplexer ist als vergleichbare Maßnahmen im Büro.
Viele Unternehmen nutzen beispielsweise weiterhin veraltete Systeme, die nicht immer zuverlässig miteinander kommunizieren. So kann es etwa vorkommen, dass die IT-Abteilung im Büro eine völlig andere Software nutzt als der Produktionsstandort oder dass die Akten eines Krankenhauses nicht mit den Systemen zur Überwachung der medizinischen Geräte vernetzt sind. Sind Systeme voneinander isoliert, vergeuden IT-Teams wertvolle Zeit mit Vermutungen und provisorischen Lösungen.
In der Praxis prallen häufig zwei Ansätze aufeinander: das in der IT-Branche übliche Prinzip, Software zunächst einzuführen und bei Bedarf nachzubessern, und der vorsichtigere, sicherheitsorientierte Ansatz, den viele operative Abläufe erfordern. Eine fehlerhafte Excel-Tabelle ist ärgerlich, eine Störung in einem Kraftwerk dagegen kann schwerwiegende Unfälle verursachen.
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, das richtige Gleichgewicht zu finden: Mit der zunehmenden Verbreitung von KI in kritischen Sektoren steigt der Bedarf an Lösungen, die Fortschritt ermöglichen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit operativer Abläufe einzugehen. Entscheidend ist daher, die Lücke zwischen intelligenten Systemen und einer sicheren, skalierbaren Umsetzung zu schließen.
Im Mittelpunkt steht immer der Mensch
Angesichts des Hypes um KI und Automatisierungen ist es leicht, den einen entscheidenden Faktor zu übersehen, der jeden Wandel wirklich nachhaltig verankert: Das menschliche Element. Denn die Verbindung von IT und OT geht Hand in Hand mit den neuesten Entwicklungen im Bereich Digital Employee Experience.
DEX umfasst alles: Von der Anmeldung im System über den Zugriff auf Anwendungen und die Navigation in Netzwerken bis hin zur Bearbeitung von Aufgaben über verschiedene Geräte und Standorte hinweg. DEX stellt sicher, dass Technologie Mitarbeitende unterstützt, effizient und störungsfrei zu arbeiten – egal wo und wie.
Unternehmen, die in DEX investieren, verzeichnen weniger Helpdesk-Tickets, geringere Ausfallzeiten und eine höhere Zufriedenheit und Bindung von Mitarbeitenden. Störungsfreie digitale Arbeitsplätze, ermöglicht durch Echtzeit-Monitoring und Automatisierungen, versetzen Unternehmen in die Lage, IT-Probleme zu beheben, bevor User beeinträchtigt werden oder die Produktivität leidet.
Es gibt bereits viele Beispiele dafür, wie DEX Abläufe optimiert: So hat das Schweizer Energie- und Infrastrukturunternehmen BKW vor kurzem ein System entwickelt, das IT-Team Mitarbeitende in über 140 Tochtergesellschaften per Remote-Support direkt unterstützen kann, wenn technische Probleme auftreten. Für die Beschäftigten bedeutet das, dass sie nicht mehr darauf angewiesen sind, eine technische Fachkraft vor Ort zu finden, wenn ihr Gerät nicht mehr funktioniert oder eine Anwendung Probleme bereitet. Die IT kann sich einfach direkt per Remote-Zugriff zuschalten und Probleme so innerhalb von Minuten lösen.
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Die Versicherungsgesellschaft RLI stand bei der Umstellung auf ein zentrales Remote-Support-System vor einem großen Problem. Kleinere technische Schwierigkeiten wie Verzögerungen oder Überhitzung von Geräten wurden von Mitarbeitenden häufig nicht gemeldet, da diese ihre Arbeit nicht unterbrechen oder das IT-Team nicht mit scheinbar geringfügigen Problemen belästigen wollten.
Diese kleinen Probleme summierten sich jedoch mit der Zeit und führten oft dazu, dass Geräte ausfielen. Um das zu vermeiden, installierte RLI eine Software für das Echtzeit-Monitoring der Geräteleistung und die proaktive Behebung von Problemen. Wird ein Laptop zu heiß oder zu langsam, kann die IT sofort eingreifen – oft noch bevor Mitarbeitende überhaupt bemerken, dass es ein Problem gibt.
Letztendlich zeigt sich an den Erfolgen der Unternehmen, die im Bereich DEX am weitesten vorangeschritten sind: Ob die digitale Transformation gelingt oder nicht, hängt ebenso sehr von der positiven digitalen Erfahrung der Mitarbeitenden wie von der passenden Infrastruktur ab. Wenn digitale Tools als praktischer Helfer statt als Hindernis gesehen werden, haben Unternehmen mehr von dieser Investition.
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Smarte Systeme, smarte Schutzmechanismen
OT-Systeme sind zunehmend vernetzt. Dadurch entstehen allerdings immer mehr Sicherheitslücken. Ein Beispiel: In einem stark ausgelasteten Produktionsbetrieb fällt eine Maschine plötzlich aus. Statt stundenlang auf eine technische Fachkraft zu warten, scannt der Mitarbeitende vor Ort einfach mit dem Smartphone einen Code an der Maschine, wodurch automatisch eine AR-Support-Session gestartet wird. Dank der Unterstützung einer Remote-Fachkraft kann die Maschine direkt repariert und die Produktion innerhalb weniger Minuten wieder aufgenommen werden.
So lassen sich Probleme zweifellos effizient lösen. Am Produktionsstandort entstehen jedoch mehrere zusätzliche externe Kontaktpunkte: Live‐Videoübertragungen, Cloud‐Datenbanken, auf denen geschäftskritischen Wartungsverfahren protokolliert sind, und ein direkter Zugriff auf die Diagnosesysteme der Maschine. Plötzlich ist ein Produktionsstandort, der früher isoliert für sich stand, Teil eines großen Netzwerks.
Innovative Unternehmen gehen diese Herausforderungen pragmatisch an. Bei BKW erhalten die IT-Teams der Tochtergesellschaften ausschließlich Zugriff auf die Geräte ihres eigenen Unternehmens, externe Partnerunternehmen nur temporäre Zugriffsrechte für bestimmte Aufgaben. Mitarbeitende können bei Bedarf auf ausgewählte leistungsstarke Workstations zugreifen.
Bühler, ein weltweit tätiger Hersteller von Industrieanlagen, nutzt außerdem zentral verwaltete Zugriffskontrollen, um zu steuern, wer sich mit welchen Systemen wann und unter welchen Bedingungen verbinden kann. Die Zentrale sorgt konsequent dafür, dass Richtlinien eingehalten werden. So hat das Unternehmen jederzeit sämtliche Remote-Support-Maßnahmen im Blick und kann dafür sorgen, dass sie mit den strengen Cybersicherheitsprotokollen, einschließlich der ISO-27001-Standards, in Einklang stehen. Das System ermöglicht dem umfangreichen, globalen Netzwerk technischer Fachkräfte, Unterstützung in Echtzeit zu leisten, ohne die Systemintegrität zu gefährden.
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Was pragmatische Innovation erreichen kann
Wie kann ein Mitarbeitender ein Gerät reparieren, wenn die Fachkraft mit der entsprechenden Expertise 800 Kilometer entfernt ist? Wie lassen sich IT‑Probleme erkennen, bevor eine Produktionslinie stehen bleibt? Und wie bleibt das Unternehmen dabei geschützt, ohne Mitarbeitende mit Passwörtern und Regeln zu überfordern.
Das sind die Fragen, auf deren pragmatische Lösung sich Unternehmen wie Bühler, BKW und RLI Insurance konzentrieren – ein Grund, warum sie dort erfolgreich sind, wo andere scheitern.
Denn diese Unternehmen laufen keinen Trends hinterher. Sie definieren neu, wie digitale Transformation aussieht: pragmatisch, nutzungsorientiert und auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Statt zu fragen: „Welchen aktuellen digitalen Trend sollten wir übernehmen?“, überlegen sie: „Welche Probleme versuchen unsere Mitarbeitenden tagtäglich zu lösen?“
Die Unternehmen, die bei der Digitalisierung von Produktionsabläufen führend sind, haben gelernt, komplexe Systeme auf einfache, intuitive und sichere Art nutzbar zu machen. Dieser pragmatische Ansatz wird in Zukunft noch wichtiger werden, wenn Künstliche Intelligenz operative Abläufe noch komplexer machen wird.
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